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Grußworte im Namen der Freien Universität Berlin
Frau De Vito-Egerland
Sehr geehrter Herr Staatssekretär, liebe Frau Doll-Tepper, liebe Frau Schmidt-Gotz,
lassen Sie es mich kurz machen, verehrte Repräsentanten all der hier genannten Verbände, Vereine, Stiftungen. Es ist mir eine große Freude und Ehre zugleich, Sie heute hier im Roten Rathaus an derart illustrer Stelle - wir haben es so ein bisschen auch so getauft – zu einem kleinen Symposium zur Verbesserung der Kommunikation im Sport von Menschen mit Behinderung anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Informationsstelle für den Sport behinderter Menschen seitens und im Namen des Präsidiums, des Präsidenten der Freien Universität, begrüßen zu dürfen.
Geschichte, auch die Geschichte von Institutionen ist schlicht nicht nur eine Ansammlung von Daten und Fakten, es sind immer Personen, die die Geschicke bestimmen und für uns gestalten. Und darum kann ich rückblickend auf die Anfänge der heute zu feiernden Informationsstelle nicht umhin, auch wenn es der Betreffenden auch nicht sehr genehm ist, auf die Initiative von Frau Doll-Tepper vom Herbst 1988 zur Einrichtung einer Informationsstelle und Beratungsstelle für den Sport behinderter Menschen am Institut für Sportwissenschaft der Freien Universität Berlin Bezug zu nehmen. Eine Initiative, die in einem Schreiben des damaligen Dekans vom November 1988 bereits ausdrücklich, Zitat „einen Beitrag zur Verbesserung des Ansehens der Freien Universität“ gelobt worden ist.
Die Freie Universität und die Informationsstelle bildeten und bilden seit nunmehr 20 Jahren, jetzt abgesehen von einer relativ kurzen Phase der Zweigleisigkeiten mit Heidelberg, aber darüber wird später noch gesprochen, eine geglückte Symbiose von Theorie und Praxis, von wissenschaftlicher Unterfütterung durch die seiner Zeit noch als „Behindertensport“ benannten Disziplin im Fachbereich Erziehungs- und Unterrichtswissenschaften und praktischer Umsetzung bei der Beratungsarbeit von Menschen mit Behinderungen. Ich lernte Frau Doll-Tepper bei der Vorbereitung des mittlerweile legendären Kongresses „Adapted Physical Activity“ im Juni 1980 kennen. Ich kann für mich persönlich sagen, dass sie zunächst mich und in der Folge auch durch mich eine Vielzahl von Kollegen im universitären Verwaltungsbereich für die Probleme von Menschen mit Behinderungen zu sensibilisieren, auch wenn die Anfänge ihrer Arbeit teilweise, das kann ich ganz offen sagen, auch so ein bisschen belächelt wurden. Ihr ist es gelungen, uns für die entsprechende Forschungsrichtung zu interessieren und zu begeistern. Seither wurden zu dieser Thematik vom Institut für Sportwissenschaft der Freien Universität zahlreiche zumeist internationale und vielfach auch interdisziplinäre Symposien und Konferenzen mit hochkarätigen Referenten aus dem In- und Ausland veranstaltet, darunter auch eine Reihe gemeinsamer wissenschaftlicher Tagungen mit der Informationsstelle also eine pro Jahr mindestens.
Also, all diesen Veranstaltungen gemeinsam war und ist die Zielvorgabe, mit wissenschaftlichen Methoden letztlich auf Ergebnisse hinzu arbeiten und zu forschen, die zwar vor der Folie, jedoch jenseits des akademischen Hintergrundes ganz praktisch auf eine Verbesserung der Lebensqualität von Menschen und für Menschen mit Behinderungen abzielen.
In den vergangenen 20 Jahren hat sich erfreulicherweise – nicht zuletzt dank der Arbeit der Informationsstelle- ein erheblicher Wahrnehmungs- und Bewusstseinswandel in der universitären wie auch in der allgemeinem Öffentlichkeit vollzogen gegenüber Menschen mit Behinderungen im Allgemeinen und der Rolle des Sports für diese Menschen im Besonderen. Ich verweise nur auf den kontinuierlich steigenden Stellenwert der Paralympics ebenso wie auf die zunehmende Bedeutung des Breitensports für Menschen mit Behinderungen.
Die Freie Universität wurde 1948 unter prekären politischen Umständen, mehrheitlich von Studenten und Jungakademikern nach dem bis heute ihrer Geschicke bestimmenden Mottos „Veritas, Justitia, Liberta“ begründet, begeht geht am 4. Dezember den 60. Jahrestag ihrer Gründung. Ein Drittel dieses zeitlichen Weges hat sie nun schon mit der Informationsstelle für den Sport behinderter Menschen zurück gelegt, der sie heute ganz herzlich zu ihrem 20jährigen Bestehen gratuliert.
Die Informationsstelle wird, wie wir wissen, gemeinsam getragen von der Senatsverwaltung für Inneres und Sport, dem Deutschen Olympischen Sportbund und der Freien Universität Berlin, bei der sie auch räumlich, wie Frau Doll-Tepper schon sagte, angeordnet ist. Für die ich mich zu formulieren erlaube, die Freie Universität ist stolz auf die Informationsstelle für den Sport Behinderter Mensche, der sie auch in Zukunft bei ihrer hoch sensiblen Beratungstätigkeit einerseits und bei der Konzipierung und Abwicklung sportpolitischer Projekte für Menschen mit Behinderungen anderseits viel Erfolg wünscht. Projekte, bei denen sie Sie auch in den nächsten Jahren in enger, institutioneller Teilhabe und teilweise auch personeller Verzahnung wissenschaftlich begleiten und auch organisatorisch unterstützen möchte.
Nochmals Glückwunsch zu diesem runden Jubiläum der Informationsstelle und die sie tragenden Mitarbeiter. Dankeschön.
Sybill De Vito-Egerland
Freie Universität Berlin
